Die Hecke richtig pflegen

Als einer der Ersten erkannte Claude Mollet die Vielseitigkeit des Buchsbaums und ersetzte die traditionellen Koniferen im Garten des barocken Vorbildschlosses Versailles (im Bild).

Als einer der Ersten erkannte Claude Mollet die Vielseitigkeit des Buchsbaums und ersetzte die traditionellen Koniferen im Garten des barocken Vorbildschlosses Versailles (im Bild).
Bild: Coyau (CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons)


Er ist eine der häufigsten Gartenpflanzen auch in Deutschland, wenig verwunderlich also, dass die Fragen der Besucher sich häufig um den Buchsbaum drehen. Besondere Sorgen scheint den stolzen Besitzern ein Phänomen zu machen, das mit der Ernährung der Pflanzen zu tun hat: Im Frühjahr, vorwiegend von März bis Mai, lässt sich häufig schon mit bloßem Auge recht schnell sehen, dass die Blätter beziehungsweise deren Spitzen sich bräunlich verfärben.
Diese Veränderung, die einen schnell an eine Erkrankung denken lassen kann, kommt jedoch daher, dass Buchs ein immergrünes Gehölz ist. Immergrüne Pflanzen werfen die Blätter nicht ab, um sich vor Frost zu schützen und den Winter zu überstehen: Sie stehen das ganze Jahr über mit den Wurzeln voll im Leben. Damit das gut funktionieren kann, ist natürlich Wasser notwendig. Im Winter jedoch, wenn der Boden mehrere Wochen am Stück gefroren ist, können die Wurzeln das als Eis im Grund gebundene Wasser nicht mehr aufnehmen. Entsprechend schnell ist der Bedarf des Buchsbaums nicht mehr gedeckt, von den Spitzen an beginnen die Pflanzen zu vertrocknen.
Wind und Sonne spielen in der ganzen Sache eine verstärkende Rolle. Fehlt zusätzlich Schnee, versiegt selbst diese magere Wasserquelle, und der Buchs wird weiter geschwächt.
Doch ist das kein Grund zu verzagen: Mit einfachen Mitteln kann jeder gut gegensteuern. Zunächst sollten Sie, sobald der Boden frostfrei ist und wieder Wasser speichern kann, Ihre Pflanzen gießen. Um gut in den Frühling zu starten, ist dies eine große Unterstützung.

Zum Anderen sollten Sie erwägen, den Buchsbaum im Herbst bewusst mit Kalium zu düngen. Diese Salzverbindung stärkt die Zellwände, das heißt dass weniger des lebenswichtigen Wassers durch Verdunstung verloren geht. Im Frühjahr freuen sich viele Nadel- und immergrüne Gehölze über eine Düngung mit Magnesium-Sulfat (Bittersalz). Die beiden Stoffe sind handelsüblich und in jedem gut sortierten Fachgeschäft erhältlich.

Buchs in Kübeln sollte unbedingt gut geschützt vor Wind, Sonne und starkem Niederschlag stehen. Neben dem Schuppen oder auf der Ost- oder Nordseite des Hauses erfreut er sich seines ruhigeren Plätzchens und fühlt sich wohl. Sollte der Kübel doch einmal umzukippen drohen, können Sie ihn mit Noppenfolie umwickeln.
Auch als immergrünes Gewächs kann Ihr Buchsbaum Blätter verlieren, passiert es in moderatem Rahmen, brauchen Sie sich darüber keine Sorgen machen.

Sollten Sie andere Schadbilder feststellen und individuellen Rat einholen wollen, so bringen Sie bitte Bilder, besser noch Zweige, Blätter oder andere Pflanzenteile auf Gartenkönig-Veranstaltungen mit. Nur so kann ich Ihnen eine wirklich auf die Situation Ihrer Pflanzen zugeschnittene Empfehlung geben.

Übrigens: Warum eigentlich immer Buchsbaumhecken pflanzen? Haben Sie schon mal über viel pflegeleichtere Heckenpflanzen nachgedacht? Der Gamander (Teucrium) beispielsweise ist ein toller Ersatz für bis 30 Zentimeter hohe Hecken.