Kolumne: Der Mörder ist (nicht) immer der Gärtner

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„Pedantisch, kleinkariert, unbelehrbar und streitsüchtig“ – Hobbygärtner gelten als schwieriges Völkchen. Manche böse Zunge behauptet sogar, wir würden ganz gerne morden (vor allem die gehassten Schnecken und andere Schädlinge) und Metzeln (Laub und Äste, mit Häcksler und Heckenschere). Über nichts, liest man manchmal, könne sich ein Hobbygärtner überhaupt je freuen. Und rechtmachen kann man es uns schon gar nicht. Mag das ein oder andere Gerücht auch stimmen: Zumindest ein bisschen Verständnis haben wir verdient!

Denn einfach, das werden selbst die vehementesten Kritiker einsehen, wird es uns wirklich nicht gemacht. Käfer, Schädlinge und andere Lästigkeiten bedrohen unsere Lieblinge, ständig blicken wir nervös zum Himmel: Wird es warm genug? Reicht der Regen? Gerade das Wetter hat es mit uns in den letzten Jahren mehr als einmal nicht besonders gut gemeint. Entweder ist der Sommer kühl und nass – dann saufen uns die Kübelpflanzen ab, werden die Rosenblüten zerstört, die Tomaten faulen, die Kirschen platzen, die Erdbeeren bekommen Grauschimmel, die Schnecken fühlen sich so richtig wohl und und und … Oder es ist viel zu warm und zu trocken und die mühsam herangezogenen Pflänzchen welken in der Trockenheit vor sich hin. Ich finde, wir Gärtner haben dafür längst eine Auszeichnung verdient. Schließlich trotzen wir jedes Jahr aufs Neue dem Wetter und seinen Launen. Der amerikanische Schriftsteller Thornton Wilder hat einmal gesagt: „Gartenarbeit – das ist ein ununterbrochener Kampf gegen die Natur, die dem Menschen ihren Willen aufzuzwingen versucht. Jeder, der einen Garten pflegt, verdient eigentlich eine Tapferkeitsmedaille.“ – Wo er Recht hat …

Doch viele Gärtner sind viel cleverer und beugen schon jetzt zukünftigen Wetterkapriolen vor. Wer zum Beispiel dieses Jahr merkt, dass ihm das ständige Gießen zu viel wird, der plant seinen Garten etwas um. Der Gießaufwand lässt sich mit wenigen Kniffen recht einfach dauerhaft reduzieren. So kann der Garten, nach einigen pflanzenbaulichen Maßnahmen und durch geschickte Pflanzenauswahl, Trockenperioden fast mühelos trotzen. Eine gute und einfache Möglichkeit, Feuchtigkeit im Boden zu halten, ist das Mulchen. Das Holz verringert die Wasserverdunstung – und Sie müssen weniger gießen. Reduzieren Sie die Zahl der Kübel, Hängeampeln und Pflanzschalen und gönnen Sie auch den Beeten mit Blick auf den zu befürchtenden Klimawandel eine Veränderung. Es gibt eine Menge Gehölze und Stauden, die sehr gut mit Trockenheit klarkommen. Manche lieben sie sogar sehr, sind aber trotzdem winterhart und pflegeleicht und bleiben von Krankheiten weitestgehend verschont.
Dem Ideal eines hartgesottenen Gärtners kommen sie damit schon recht nah.